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„Unser Land“ ins Leben gerufen

04.12.2009


Erste Bürgerstiftung für die Landschaft in Rheingau und Taunus gegründet

RHEINGAU-TAUNUS Als erste kreisweite Bürgerstiftung ist „Unser Land! Rheingau und Taunus“ ins Leben gerufen worden. Die 28 Gründungsstifter zeichneten ein Startkapital von 55.000 Euro und wählten Dr. Wolfgang Ehmke aus Taunusstein zum Vorsitzenden. Die Stiftung dient der Eigenart und Schönheit der heimischen Landschaft, die als Erbe auch für die kommenden Generationen erhalten werden soll.

„Es ist besser ein kleines Licht anzünden anstatt auf die Dunkelheit zu schimpfen“ – dazu forderte bei der Gründung in der Schlangenbader historischen Caféhalle Dr. Wolfgang Ehmke die Versammelten auf. Der Agrarbiologe aus Taunusstein hatte vor drei Jahren begonnen, für das Projekt zu werben. Er gewann einen Initiativkreis dafür, der die Vorbereitungen bis zur Gründung vorantrieb, und ein Gründungskuratorium mit Prominenten, das ebenso wie Landrat Burkhard Albers als Schirmherr die Seriosität und Bedeutung des Vorhabens verbürgte. Für ihre Heimat sollten die Bürger sich selbst verantwortlich fühlen und dies nicht dem Staat überlassen, warb Ehmke für eine Landschaftsstiftung. Im Rheingau und Taunus gehe es dabei nicht einfach um „Natur“ sondern um eine Kulturlandschaft, die sich in Feld und Wald, Wiesen und Weinbergen, Pflanzen- und Tierwelt über viele Generationen hinweg aus dem Zusammenwirken von Mensch und Natur entwickelt. Die neue Stiftung könne zum Wir-Gefühl der Region beitragen, das derzeit weitgehend vermisst wird.

Der entscheidende Unterschied zwischen der neuen Bürgerstiftung sowie dem Zweckverband Rheingau und den Regionalvereinen im Untertaunus und Rheingau, deren Wirkungsbereich enger begrenzt ist, sei ihre verbindende Funktion, sagte bei der Gründung Landrat Burkhard Albers. Ihn habe die Absicht beeindruckt, kreisweit für die Kulturlandschaft Verantwortung zu übernehmen. Dr. Günter Brack von der Kulturlandschaft-Stiftung in Rauenthal freute sich über die „große Schwester“, mit der nun zusammengearbeitet werden könne – etwa zur Umweltbildung für Kinder und Jugendlichen, an der Ehmke schon in der Taunusstein-Stiftung mitwirkt.

Der Martinsthaler Winzer und Landtagsabgeordnete Hans-Peter Seyffardt verlangte in seinem Vortrag zum Thema „Unsere Landschaft als Kulturerbe“, dass Agrarpolitik eine andere Tendenz und größere Bedeutung erhalte: Sie sei „zu sehr ökonomisch“, die herkömmliche Landwirtschaft und „Bio“ müssten zusammenwachsen, gesunde regionale Lebensmittel sollten bevorzugt werden. Sein Motiv, in der Politik mitzumischen, sei der Landschaftsschutz gewesen.

Mit der Gründung hat der Initiativkreis seine Aufgabe erledigt. An seine Stelle setzten die Stifter gewählte, ehrenamtliche Gremien: den Stiftungsvorstand, den Stiftungsrat und dessen Vorstand. Dabei übernahmen sie die Personalvorschläge des Initiativkreises. Stellvertreter Ehmkes wurde der Hohensteiner Landwirt Uwe Enders, der auch dem Vorstand des Kreisbauernverbandes angehört. Zum Schriftführer, der die Geschäftsführung übernimmt, wurde Jürgen Winterwerb aus Wiesbaden gewählt. Als kooptiertes Mitglied gehört dem Vorstand laut Satzung der Landrat an. Vorsitzende des Stiftungsrates wurde die Biologin und ehemalige Landtagsabgeordnete Christel Hoffmann aus Oestrich-Winkel. Dem Vorstand des Stiftungsrates sollen der Satzung zufolge je ein Bürgermeister aus dem Rheingau und Untertaunus angehören. Während die Bürgermeister im Untertaunus ihre Kollegen Michael Schlepper (Schlangenbad) und Harald Schmelzeisen (Heidenrod) benannten, hielt der Rheingau sich zurück. „Überwiegend“, erklärte zur Begründung der Zweckverband-Rheingau-Vorsitzende Paul Weimann, seien die Aufgaben der neuen Stiftung und des Zweckverbandes „identisch“. Der Zweckverband brauche seine Personalkraft für sich, stehe der Stiftung aber mit Rat und Tat zur Verfügung.

Autor: Jürgen Winterwerb

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