Landrat "froh, dass es die Stiftung gibt“

11.12.2014


Der neue Stiftungsrat: (v. l.) Norbert Wolter, Jan Volkmar, Christel Hoffmann (Vorsitzende), Thomas Wenzler, Dagmar Rittner, Norbert Dörr, Dagmar Söder und Andreas Wennemann (stellvertretender Vorsitzender). Irina Heck sowie Michael Schlepper und Volker Diefenbach, die Bürgermeister von Schlangenbad und Heidenrod, waren nicht anwesend. Rechts der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr Wolfgang Ehmke. Foto: Winterwerb


Eine Bilanz zog die Bürgerstiftung Unser Land! Rheingau und Taunus. Bei der Stiftungsversammlung am 5. Dezember im Hilchenhaus in Lorch war zugleich ein Rückblick auf den 5-jährigen Einsatz für die Kulturlandschaft und regionale Identität von Rheingau und Taunus fällig. Landrat Burkhard Albers erklärte: „Ich bin froh, dass es die Stiftung gibt." Qua Amt ist der Landrat Schirmherr, als Person gehört Albers zu den 28 Gründungsstiftern.

Im vergangenen Jahr kam die finanzielle Förderung von Projekten „mit Vehemenz" in Schwung, sagte Schatzmeister Matthias Föhr. Aus dem Ertrag des Stiftungskapitals und aus Spenden entschied der Stiftungsrat über die Vergabe von gut 5734 Euro. Sie kamen der Beleuchtung und Innenausstattung des römischen Wachturms bei Orten zugute, dem Wasserlehrpfad am Offermann-Weiher in Geisenheim, der „Kunst im Aartal" und dem Luchsgehege der Fasanerie in Wiesbaden. Außerdem beteiligte sich die Stiftung an der Neuauflage der „Streifzüge durch die Natur von Wiesbaden und Umgebung", am Naturlehrpfad mit Streuobstwiesen in Spitzenhahn und an der Luchsbeobachtung im Rheingau-Taunus-Kreis. Sie lobt jedes Jahr einen Preis für artenreiche Wiesen aus, und fürs nächste Jahr steht schon die Unterstützung eines Singspiels über die Heilige Hildegard fest.

10.000 Euro für Landschaft und Natur

Seit ihrem Bestehen hat die Stiftung Projekte mit insgesamt etwa 10.000 Euro gefördert. Auf Dauer zufriedenstellend ist dies nicht. Den Grund nannte der Schatzmeister: Seit drei Jahren stagniert das Stiftungskapital. Schwierige Hürden waren schon bei der Gründung im Dezember 2009 deutlich geworden und das finanzielle Ziel hatte zurückgesteckt werden müssen. Damals stieß die Nassauische Sparkasse als Gründungsstifterin hinzu und verhalf über die entscheidende Schwelle. Seitdem setzt die Niedrigzins-Phase dem

Schatzmeister Föhr: „Die Basis ist zu niedrig"

Kapitalertrag enge Grenzen. Der Schatzmeister stellte fest: „Die Basis ist zu niedrig" und appelllierte an die Versammelten, Zustiftungen und Spenden einzuwerben. Der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Wolfgang Ehmke, richtete sich auch an den Landrat: „Die Kreisspitze könnte vielleicht ihre Kontakte nutzen." Der Stiftungsvorstand jedenfalls bemüht sich um Stärkung. Als Fundraiser hat er den ehemaligen Direktor der Forschunganstalt Geisenheim, Professor Klaus Schaller gewonnen, den früheren Geschäftsführer des Naturparks Rhein-Taunus, Hubertus Brückner, sowie die Ex-Bürgermeister von Oestrich-Winkel und Hohenstein, Paul Weimann und Hans-Jürgen Finkler. Grundlagen für ihre Tätigkeit erarbeitet zur Zeit der Vorstand. Insbesondere einige „Leuchtturmprojekte" sollen für größere und anhaltende öffentliche Beachtung sorgen – und infolge dessen für Stifter und Spender.

Vorstand noch ein Jahr im Amt

Der Vorstand ist bis zur Neuwahl noch ein Jahr im Amt. Der Stiftungsrat jedoch stand zur Wahl. In dies Gremium wurde nun mit Norbert Dörr ein weiterer Wiesbadener gewählt. Denn zu Rheingau und Taunus gehört die Landeshauptstadt. Neben dem Apotheker, der wegen seiner botanischen Exkursionen bekannt ist, sind auch die Vertreter der Landwirtschaft und der der Kommunen im Untertaunus neu gewählt worden: Jan Volkmar, der Pächter des Steinheimer Hofs in Walluf, sowie Volker Diefenbach, der Bürgermeister von Heidenrod. Die übrigen Ratsmitglieder blieben im Amt: Als wiedergewählte Vorsitzende Christel Hoffmann, Andreas Wennemann, nun stellvertretender Vorsitzender, Dagmar Rittner, Irina Heck, Norbert Wolter, Dagmar Söder, der Schlangenbader Bürgermeister Michael Schlepper und Thomas Wenzler.

Dagmar Söder ist Stifterin und hat als Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege die als Bücher erschienen Denkmaltopografien für Rheingau und Untertaunus erstellt. In einem Vortrag zeigte sie der Stiftungsversammlung, was den Rheingau von anderen Kulturlandschaften unterscheidet. Es ist nicht allein die Anzahl der Denkmäler – 1443 gegenüber 872 im Untertaunus. Es sind die besonderen geografischen und klimatischen Bedingungen, unter denen Menschen das schmale Band zwischen Rhein und Waldsaum zur Kulturlandschaft gemacht haben. Damit war sie mitten im Stiftungszweck.

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