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Bauern und Naturschutz treten gegen Versiegelung auf

07.03.2018


Der hessische Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der hessische Bauernverband fordern in einer gemeinsamen Broschüre: ”Der Flächenverlust im Offenland muss gestoppt werden!” Jeder Quadratmeter Freifläche, der versiegelt wird, sei für die Produktion von Lebensmitteln und die Biodiversität verloren.

Um regionale Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, brauche man in der Nähe von Städten und dichtbesiedelten Gebieten landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Landwirtschaftsfläche in Hessen habe von 1992 bis 2015 von cirka 925.200 Hektar auf cirka 884.500 Hektar und damit um 40.700 Hektar abgenommen. Seit 1950 seien fast 200.000 Hektar Landwirtschaftsfläche anderen Nutzungen zugeführt worden. 
 
Fruchtbare Böden bilden die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen, sichern die Produktion von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen und gewährleisten durch ihre Filter- und Pufferwirkung den Schutz des Grundwassers und des Wasserhaushalts. Auch zum Klimaschutz sind landwirtschaftliche Flächen wichtig. Sie binden das Treibhausgas CO2 und produzieren Sauerstoff. Ein Hektar Winterraps versorge 40 Menschen mit ihrem Jahresbedarf an Sauerstoff, ein Hektar Zuckerrüben sogar 58 Menschen.

Durch Versiegelung wird "Hunger in Entwicklungsländer exportiert"

Die Abhängigkeit der EU von Nahrungsmittelimporten aus Entwicklungsländern exportiere den Hunger dorthin. Die EU nutze außerhalb Europas rund 640 Mio. Hektar Land – "eineinhalb Mal so viel wie die Landesfläche aller 28 Mitgliedsstaaten zusammen.” Um die Flächenversiegelung zu stoppen, fordern BUND und HBV in der Nachhaltigkeitsstrategie der hessischen Landesregierung einen Zielwert beim Flächenverbrauch. Als Sofortmaßnahmen fordern sie z. B.:

• Planungen für Siedlungs- und Verkehrsflächen mit dem Ziel der minimalen Versiegelung zu überprüfen.

• Straßenneubau flächensparend zu realisieren.

• Parkplätze von Gewerbe (vor allem Einkaufsmärkte) platzsparend (Unter- bzw. Erdgeschoss) zu bauen.

• Gewerbegebäude (einschließlich Einkaufsmärkten) nur noch mehrgeschossig zu genehmigen.

• vor Genehmigung neuer Versiegelungsflächen möglichst die Gewerbebrachen (auch für Wohnungen) zu nutzen.

• für Wohngebiete flächensparender Geschosswohnungsbau mit ausreichender Durchgrünung als Standard anzustreben.

• Städte und Gemeinden zu Leerstandskatastern zu verpflichten.

• Bauleitplanungen strikt nach dem Prinzip “Innenentwicklung vor Außenentwicklung” vorzunehmen.

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