Die Bahn fährt hinterher

12.07.2017


Der Rheingau erstickt auf der B 42 bis Rüdesheim und auf der B 260 im Autoverkehr. Die motorisierten Pendler von hier und aus dem Untertaunus verstopfen ebenso die Hauptstraßen in Wiesbaden und ruinieren auch dort die Lebensqualität. Eine Ursache des Übels ist das Missverhältnis zwischen Auto und Bahn. 

Die "Allianz pro Schiene" hat die Investitionen in die Verkehrswege verglichen. Österreich und die Schweiz stecken ins Schienennetz mehr Geld als in Straßen – in Deutschland ist es umgekehrt. Bei einem Vergleich ausgewählter zehn Länder steht Deutschland vor Spanien und Frankreich an drittletzter Stelle. Der Spiegel titelt deshalb Die Bahn fährt hinterher

Im Rheingau hat die Linie 10 (Wiesbaden-Neuwied) noch dieselben Bahnhöfe und Haltepunkte wie beim Bau der Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In inzwischen mehr als 150 Jahren haben sich die Bedürfnisse gewandelt. Die Siedlungsschwerpunkte entwickelten sich so, dass längst andere Haltepunkte notwendig sind.  Auch die Schwerpunkt-Fahrtziele sind in Jahrzehnten andere geworden. Notwendig sind direkte Verbindungen ins Rhein-Main-Gebiet ohne Umweg über den Wiesbadener Sackbahnhof. Die Schienen dafür sind vorhanden, werden für Personennahverkehr aber nicht genutzt.

Im Untertaunus haben die kommunal und regional politisch Verantwortlichen den bestehenden Schienenweg seit drei Jahrzehnten sogar stillliegen und verkommen lassen. Jetzt möchten sie sich an das Citybahn-Projekt von Wiesbaden anhängen.

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